Positionen

Durch meine Ausbildung im Studium der Journalistik und im Volontariat bei einem öffentlich-rechtlichen Medienhaus fühle ich mich  klassischen journalistischen Tugenden verpflichtet. Dazu zähle ich Wahrhaftigkeit, Gründlichkeit, Ausgewogenheit, eine ethische Arbeitsweise und Transparenz. Teil dieser Tugenden ist auch, unvoreingenommen und neutral zu recherchieren und zu publizieren. Dennoch habe ich natürlich zu Themen, die für mich wichtig sind, eine Haltung entwickelt. Diese Positionen möchte ich hier transparent machen.

Europa

Ein vereintes Europa ist ein gesamtzivilisatorisches Projekt, das sich der Friedenssicherung und dem ökonomischen Fortschritt verpflichtet hat. Der Diskurs über Europa wird jedoch von nationalen Debatten geleitet. Um die Legitimität und die Ergebnisse europäischer politischer Prozesse zu verbessern braucht es eine europäische Öffentlichkeit, die Stärkung basisdemokratischer Einflüsse und eine weitere Beschränkung ausschließlich nationaler Interessen in den europäischen Institutionen. Das Prinzip der Subsidiarität und die nationalstaatliche Autonomie bleiben davon unberührt.

Informationsfreiheit

Die Transparenz politischer Entscheidungsprozesse ist entscheidend für die Meinungsbildung in einer Demokratie. Dem gegenüber steht der notwendige Datenschutz. Diese Prinzipien müssen gegeneinander abgewogen werden. Dabei sollte der Schutz des Individuums die Regel, der Schutz behördlicher Prozesse die Ausnahme sein. Dokumente sollten standardmäßig zugänglich gemacht werden; eine Zensur zum Schutz persönlicher, wirtschaftlicher oder staatlicher Geheimnisse ist möglich. Die Privatsphären von Bürgern und insbesondere Berufsgeheimnisträgerinnen sollten nur in begründeten Einzelfällen durch Überwachung eingeschränkt werden.

Journalismus

Die Funktion des Journalismus besteht nach wie vor in der Herstellung von Öffentlichkeit. Sie erschöpft sich jedoch nicht mehr darin, unbekannte oder bewusst verborgene Vorgänge bekannt zu machen.  Heute müssen Journalistinnen auch den stetigen Strom an Informationen aus verschiedensten Quellen filtern und einordnen, ohne dabei das Gesamtbild aller Ansichten zu verzerren. Dazu müssen sie sich auf ihre Ausbildung, berufliche Erfahrung und inhaltliche Kompetenz verlassen können. Nur wenn dies gelingt, kann der Journalismus zu einer selbstbestimmten Debatte der Gesellschaft beitragen.

Lobbyismus

Interessenverbände sind ein unabdingbarer Teil einer pluralistischen Demokratie. Ihre Positionen geben Politikern einen Eindruck von gesellschaftlichen Strömungen und nötiges Expertenwissen. Die Legitimität dieser Beziehung beruht auf dem gleichberechtigten Zugang widerstreitender Interessen zu Entscheidungsträgerinnen. In der Regel genießen jedoch Unternehmensinteressen in Deutschland wie Europa einen privilegierten Zugang. Um eine effektive gesellschaftliche Kontrolle jeglicher Beziehungen zwischen politischen Entscheidungsträgern und Lobbyisten zu ermöglichen, ist ein verpflichtendes Transparenzregister auf der Ebene einzelner Treffen notwendig.

Native Advertising

Influencer Marketing und Native Advertising ziehen ihre Stärke daraus, für Nutzer nicht klar als Werbung erkennbar zu sein. Damit haben sie ein hohes Beeinflussungspotenzial besonders bei jüngeren Zielgruppen. Grundsätzlich sollte jede Form bezahlter Werbung als solche klar zu erkennen sein. Bei journalistischen Angeboten müssen darüber hinaus Inhalt, Umfang und Kontext von Native Advertising besonders sorgfältig geprüft werden.

Videographie

Unser Eindruck von der Welt wird stärker als je zuvor durch Bilder geformt. Bei der Produktion von Videoinhalten muss daher besonders auf die Einhaltung journalistischer Grundsätze geachtet werden. Eingriffe der Videographen bei der Produktion sollten minimiert werden und Inszenierungen auf klar erkennbare Situationen (zum Beispiel abgesetzte Interviews) beschränkt werden. Nachbearbeitung und Montage müssen im Bewusstsein möglicher inhaltlicher Veränderungen erfolgen und unterliegen ebenfalls den journalistischen Grundprinzipien.